Therapie-Leitlinie (I)

Wie sieht die offizielle Therapie-Leitlinie für Neurodermitis aus?

Das Video wurde für die Nutzung in unserer NALA App optimiert. Du kannst sie Dir hier kostenlos herunterladen.

 

Zusammenfassung

  • Die Therapie der Neurodermitis erfolgt nach einem “Stufenschema”. 🪜 
  • Man beginnt mit der so genannten “Basistherapie”, mit der (idealerweise mehrfach täglich) die Haut eingecremt wird (wir wissen: das ist nervig, aber leider notwendig). 🧴
  • Je nachdem, ob man sich im Bereich der leichten, mittelschweren oder schweren Neurodermitis befindet, gibt es verschiedene zusätzliche Behandlungen obendrauf, die dann zum Einsatz kommen. ℹ️
  • Wenn trotz konsequenter Basis-Pflege hartnäckige Stellen vorhanden sind, kann ein Kortisonpräparat (= Steroid) eingesetzt werden, wobei die Stärke der Kortisoncremes davon abhängt, wie stark das Ekzem zu diesem Zeitpunkt ist. 🧴💪
  • Offene Stellen kann man ein wenig bandagieren (= einwickeln). Ausserdem kann man nachts Baumwollhandschuhe verwenden, damit man sich nicht aufkratzt. 🩹🧤
  • Neben Steroid-/Kortison-Cremes gibt es noch die “Calcineurin-Inhibitoren” wie bspw., in Deutschland, “Protopic” oder “Elidel”. 🧴💪
  • Bei schwerer Neurodermitis kommen weitere Behandlungen ins Spiel, zum Beispiel die “Phototherapie” oder “Lichttherapie”. Hierbei handelt es sich um medizinisches Licht, welches bspw. in einer Lichtkabine angewendet wird. ☀️
  • Wenn alles nicht hilft, dann gibt es noch die Möglichkeit einer “systemische Therapie”. Das bedeutet, dass wir über Injektionen oder Tabletten das Immunsystem in irgendeiner Weise modulieren bzw. herunterfahren. 💊💉
  • Nicht alle Behandlungsmöglichkeiten sind für jeden geeignet. Daher ist es sehr wichtig mit Deinem Arzt darüber zu sprechen, welche Behandlungsmöglichkeiten speziell für Deine Haut geeignet sind. 👩‍⚕️

 

Handlungsempfehlungen

✅ Eine kurze Übung: welcher der genannten Therapien kennst Du bereits bzw. hast Du bereits ausprobiert? Welche sind Dir noch unbekannt?
✅ Um die Basistherapie zu finden, die zu Dir perfekt passt, ist es ratsam, einmal mehrere verschiedene Cremes auszuprobieren (bspw. mit/ohne Urea, mit/ohne Nachtkerzenöl, Öl-in-Wasser oder Wasser-in-Öl). Besorge Dir dafür bspw. kleine Tester in Deiner Apotheke.
✅ Einige Cremes werden von Deiner Krankenversicherung übernommen, andere nicht. Prüfe daher auch am besten mit Deiner Krankenkasse, welche Neurodermitis-Cremes übernommen werden, um Geld zu sparen.

 

Links

🌐 Mehr zu unserer Expertin in diesem Video findest Du hier (Dr. med. Julia Born).
🌐 Mehr Infos zur Therapie-Leitlinie (Video) findest Du hier. 

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Transkript

Bei der Therapie der Neurodermitis verwenden wir ein “Stufenschema” wie bei vielen anderen chronischen Erkrankungen auch. Das bedeutet, wir haben eigentlich eine Basis, die immer gleich bleibt und je nachdem, ob wir jetzt im „milden“ Neurodermitis-Bereich sind, im mittelschweren oder schweren, kommen immer noch verschiedene Stufen obendrauf, die wir dann verwenden. Eine der wichtigsten Therapiesäulen ist die sogenannte “Basistherapie”. Das bedeutet also, dass Du Dich täglich eincremst mit einer Bodylotion, auch wenn es natürlich lästig ist, sich immer einzucremen. Jeden Tag eincremen ist ganz wichtig und auch bei der milden Neurodermitis der wichtigste Therapieschritt. Ab und zu kann man, wenn dann noch verschiedene Stellen sind, die so ein bisschen resistent sind gegen die konsequente Pflege, noch schwächere Kortison-Präparate verwenden. Das ist dann also das “Klasse I Kortison”. Bei der mittelschweren Neurodermitis haben wir schon ein paar mehr Sachen zur Verfügung. Die Basistherapie – die Bodylotion – bleibt. Wir nehmen dann gerne auch harnstoffhaltige Sachen, das ist die “Urea”; nicht auf den offenen Stellen, da kann das mal brennen. Aber sonst, wenn die Haut intakt ist, ist das super. Dann kommen eben auch stärkere Kortison-Cremes zum Tragen. Klasse II bis III, je nachdem, wie stark das Ekzem in dem Moment gerade ist. Und zusätzlich haben wir noch eine Gruppe von sogenannten “Calcineurinhibitoren” zur Verfügung. Die heißen “Protopic” oder “Elidel”, falls du von deinem Arzt schon mal gehört hast. Zusätzlich können wir offene Stellen ein bisschen bandagieren – einpacken – und dann gebe ich häufig meinen Patienten Baumwollhandschuhe nachts, damit sie sich eben nicht aufkratzen, wenn die Fingernägel lang sind. Bei der schweren Neurodermitis kommen eben noch andere Sachen zum Tragen, zum Beispiel auch eine “Lichttherapie”. Das ist ein medizinisches Licht, eine Lichtkabine. Wird manchmal schon bei der mittelschweren Neurodermitis auch verwendet. Und wenn all das gar nicht hilft, dann gibt es immer noch die Möglichkeit, eine “systemische Therapie” zu verwenden. Also, dass wir das Immunsystem über Spritzen oder Tabletten in irgendeiner Form modulieren. Was ganz wichtig ist: das ist jetzt sehr vereinfacht und sehr schematisch. Die Übergänge zwischen den verschiedenen Stufen zwischen mild, mittelschwer und schwer, die sind häufig fließend. Außerdem kann sich dieser Schweregrad im Laufe der Zeit auch verändern. Nicht alle Therapiemöglichkeiten kommen auch für jeden in Frage. Deswegen ist es ganz wichtig, dann auch mit Deinem Arzt zu sprechen, welche für Dich in Frage kommen. Zusätzlich gibt es noch viele wichtige Schritte, allergieauslösende Stoffe zu vermeiden, aber dazu gibt es in einer anderen Lektion noch ein paar mehr Informationen.

Medizinischer Haftungsausschluss

Die Inhalte dieser App / Seiten stellen keine medizinischen Empfehlungen dar. Es handelt sich um allgemeine Informationen bzw. die Darstellung Deiner eigenen Tracking-Daten. Bevor Du etwas an Deinem Therapieplan änderst, sprich bitte immer zuerst mit Deinem Arzt.

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