Allergen-Meidung & Angst

Ist Vermeidung von Allergenen, gegen die ich allergisch bin, auf Dauer eine gute Idee?

Das Video wurde für die Nutzung in unserer NALA App optimiert. Du kannst sie Dir hier kostenlos herunterladen.

Zusammenfassung

  • Ist Allergen-Vermeidung auf Dauer eine gute Idee? ❓
  • Wenn Du Allergene, gegen die Du allergisch bist (bspw. Katzen-Haare oder Pllen) immer vermeidest, dann bekommst Du auf Dauer Angst vor dem Allergen. Und es ist ein grundlegender Mechanismus, dass die Angst durch Vermeidung schlimmer wird. Das ist ähnlich wie der Mechanismus, der bei Angststörungen existiert. ℹ️
  • Und wenn Du Angst vor dem Allergen hast bedeutet das: Stress. Wenn Du zum Beispiel allergisch auf Katzen-Haare bist und eine Katze auf der Strasse siehst, könntest Du dann in eineeine Stress-Reaktion verfallen. ⚡
  • Und dann gerät man zunehmend in einen Dauerstress, weil man evtl. nicht nur die Katzenhaare, sondern Hausstaub, Nahrungsmittelallergene usw. meiden muss. Und unter Dauerstress funktioniert das Immunsystem nicht mehr optimal und fängt an, Dinge zu tun, die es eigentlich nicht tun sollte. 📉
  • Und das ist kontraproduktiv, denn Stress ist aufgrund der Auswirkungen von Stress auf das Immunsystem ein bekannter Auslöser für Neurodermitis. 🔥
  • Wenn man das Allergen auf Dauer weiter meidet und immer mehr in diese Angstreaktion gerät und das Immunsystem sozusagen immer “falscher” reagiert, dann ist man in eine Art Teufelskreis geraten, aus dem man herauskommen muss. 🔄
  • Das Zauberwort heißt hier “Hypo-Sensibilisierung”, d.h. aktive Konfrontation statt Vermeidung. 👍
  • Hyposensibilisierung bedeutet, dass Du allmählich damit beginnst, die Allergene vorsichtig wieder in Dein Leben zu integrieren und Dich allmählich immer besser an sie gewöhnst. Das kann bis zu ca. 2 Jahren dauern und dann ist die Allergie wieder weg. ⏰
  • Hypo-Sensibilisierung ist übrigens auch eine gängige Art, wie man gemeinsam mit dem Hausarzt bspw. Pollen-Allergien loswerden kann: man bekommt über einen gewissen Zeitraum (meistens mehrere Monate) jede Woche eine Spritze mit sehr gering dosierten Allergenen. Der Körper lernt so wieder “ach, so schlimm ist das gar nicht”, und gewöhnt sich stufenweise an die Allergene. 💉

 

Handlungsempfehlungen

✅ Vermeidest Du alle Allergene immer und konsequent? In so einer Art, dass Du fast Angst hast, sobald das Allergen (Katze, Pollen etc.) in der Nähe ist? Dann solltest Du evlt. einmal versuchen, das Allergen wieder Stück für Stück in Dein Leben zu lassen, damit sich Dein Körper an das Allergen gewöhnen kann.
✅ Sprich mit Deinem Arzt, ob eine Hypo-Sensibilisierung für Dich Sinn machen könnte, falls Du sehr viele Allergien bzw. sehr starke allergische Reaktionen haben solltest.
✅ Sollte Akupunktur für Dich funktionieren, kannst Du auch diese Form der TCM/”Traditionellen Chinesischen Medizin” einmal ausprobieren, um die Allergien loszuwerden bzw. zu minimieren.

Links

🌐 Mehr zu unserer Expertin in diesem Video findest Du hier (Psychologin Annika Schmidt).
🌐 Weitere Tipps dazu, wie Du Allergien (insbesondere auf natürliche Art und Weise) bekämpfen kannst, findest Du hier und hier — Autor ist “Bio-Hacker” Dave Asprey aus den USA (daher nur verfügbar auf Englisch).

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Transkript

Warum ist Allergen-Meidung langfristig keine gute Idee? Also, es ist so: Wenn ich z.B. allergisch bin auf Katzenhaare, dann ist es so, dass wenn ich jetzt immer die Katzenhaare vermeide, also z.B. indem ich jetzt keine Katze mehr streichle, indem ich die Straßenseite wechsle, wenn da eine Katze lang läuft, indem ich nicht mehr zu Besuch gehe bei irgendjemandem, der eine Katze hat und/oder indem ich, wenn ich vorher eine Katze hatte und dann sagt mir der Arzt: Sie sind allergisch auf Katzenhaare, ich die Katze an meinen Nachbarn verschenke. Wenn ich immer die Allergene meide, dann bekomme ich langfristig Angst vor dem Allergen. Das ist ein grundsätzlicher Mechanismus, dass Angst schlimmer wird durch Vermeidung. Das ist auch ein Mechanismus, den gibt’s bei Angststörungen z.B. Und wenn ich jetzt Angst hab vor dem Allergen: Angst bedeutet Stress. Wenn ich dann z.B. auf der Straße eine Katze sehe, dann bekomme ich eine Stressreaktion, das Herz schlägt schneller, der Atem geht schneller und ich überleg mir schon im Kopf: Oh, Gott, wie komm ich jetzt aus der Situation raus, wie komm ich weg von der Katze. Und wenn ich dann zunehmend in so einen Dauerstress gerate, weil – vielleicht sind’s auch nicht nur die Katzenhaare, sondern es könnte auch noch der Hausstaub sein, das ist auch sehr schwer zu vermeiden, Nahrungsmittelallergene – dann ist es so, dass unter Dauerstress das Immunsystem nicht mehr optimal funktioniert und anfängt, Dinge zu tun, die es eigentlich nicht tun sollte. Zum Beispiel eins dieser Dinge ist: Neurodermitis. Neurodermitis ist eine Erkrankung, wo sich das eigene Immunsystem gegen die eigene Haut richtet, und das sollte es eigentlich nicht tun, weil: Das ist nicht sinnvoll für den Körper. Und/oder das eigene Immunsystem so wie bei Allergien richtet sich gegen die Allergene, die aber – objektiv gesehen – nicht gefährlich sind. Also: Katzenhaare sind – objektiv gesehen – nicht gefährlich für den Körper. Aber das Immunsystem macht hier eine falsche Reaktion. Und wenn ich jetzt auf Dauer immer weiter das Allergen meide und immer mehr in diese Angstreaktion zusätzlich rein komme und dadurch das Immunsystem immer mehr falsch reagiert sozusagen, dann habe ich mich in so eine Art Teufelskreis rein gestrudelt und aus dem muss ich wieder raus kommen. Hierbei ist das Zauberwort Hyposensibilisierung, aktive Auseinandersetzung anstatt Vermeidung. Hyposensibilisierung bedeutet, dass ich allmählich anfange, ganz vorsichtig die Allergene wieder in mein Leben zu integrieren und mich allmählich immer besser daran gewöhne. Das kann bis zu ungefähr 2 Jahren dauern und dann ist eine Allergie wieder weg. Und/oder, was man auch machen kann – und das mache ich persönlich z.B auch mit meiner eigenen Katzenhaarallergie – dass ich drauf achte, das nicht zu meiden. Also ich gehe weiterhin zu Besuch zu Katzenbesitzern. Und, was ich auch bemerkt hab: Wenn ich bei dem Besuch entspannt bin, möglichst entspannt, dann reagiere ich gar nicht allergisch. Also da ist es auch wichtig, eben nicht zu vermeiden, damit man auch die Erfahrung machen kann, dass es vielleicht gar nicht immer eine allergische Reaktion gibt, sondern nur unter bestimmten Bedingungen.
Das ist auch eine wichtige Sache.

Medizinischer Haftungsausschluss

Die Inhalte dieser App / Seiten stellen keine medizinischen Empfehlungen dar. Es handelt sich um allgemeine Informationen bzw. die Darstellung Deiner eigenen Tracking-Daten. Bevor Du etwas an Deinem Therapieplan änderst, sprich bitte immer zuerst mit Deinem Arzt.

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